von Rebecca F.
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Ohne Zweifel hat sich das Studentenleben in den letzten Jahren durch Reformen wie die Einführung des Bachelor- und Mastersystems und die Anpassung an internationale Standards stark verändert. Doch ob man das gut oder schlecht findet – eine andere Entwicklung hat sich auf das Studieren in hohem Maße ausgewirkt: die Technologisierung.

Noch vor nicht allzu langer Zeit war der Studienalltag ein ganz anderer. In Vorlesungen schrieb man von Hand, die Tafel war das Medium der Wahl. Wenn ein Buch aus der Bibliothek nicht ausgeliehen werden konnte, musste man relevante Passagen eben abschreiben. Schon mit der Einführung des Kopierers wurde dieser Prozess ungemein erleichtert. In den 80er-Jahren fanden nicht nur Fotokopierer den Weg in den Studienalltag, auch der Computer wurde zunehmend zum zentralen Arbeitsgerät. Die Verbreitung des Internets in den 90er-Jahren tat ihr Übriges, das Lehren und Lernen zu medialisieren.

Klassische Lehrformate werden online abrufbar

Heutzutage sind Forschung und Lehre an Universitäten in jeder Hinsicht medien- und internetgestützt. Die klassischen Tafeln (und auch die nicht so netten Kreidegeräusche) existieren zwar nach wie vor, daneben werden Multimediainhalte – online wie offline – per Beamer mit den Studierenden geteilt. Dadurch hat sich die Art der Lehre automatisch verändert.

E-Learning ist an den meisten Hochschulen gang und gäbe und wird je nach Dozent und Kursinhalt mehr oder weniger intensiv genutzt. Auf den E-Learning-Plattformen findet man Vorlesungsskripte und weitere relevante Literatur für die Kurse, an denen man teilnimmt. Und es hat den Vorteil, dass man sich auf der Plattform mit Kommilitonen und Dozenten über die Inhalte austauschen kann.

Muss ich überhaupt noch in die Uni für meine Vorlesung?

An manchen Universitäten werden Vorlesungen komplett aufgezeichnet und sind online verfügbar, sodass man dafür nicht einmal das Haus verlassen muss. Damit wird das Studium unabhängiger von festen Uhrzeiten. Vorlesungsskripte sind meist ebenfalls schon im Voraus abrufbar, sodass Notizen in den Vorlesungen gleich am Tablet angefertigt werden können.

Obwohl es sicherlich nach wie vor viele Studierende gibt, die Block und Stift zum Mitschreiben bevorzugen, erfreuen sich Laptops und Tablets steigender Beliebtheit. Statt einer Blättersammlung kann man so ganz bequem alle wichtigen Dokumente dabeihaben und diese mit ein paar Klicks nach relevanten Schlagworten durchsuchen. Doch auch für das Mitschreiben per Hand gibt es einen guten Grund. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Lernstoff sich intensiver einprägt als beim Tippen, weil beim Schreiben mit der Hand mehr Gehirnbereiche aktiv sind.

Von Zettelkatalogen zur Online-Recherche

Im Laufe der letzten vier Jahrzehnte haben die Bibliotheken sich von reinen Büchersammlungen zu Zentren der Informationsvermittlung für Wissenschaft, Forschung und Lehre entwickelt. Die Literatur-Recherche und Quellensuche gestaltete sich früher ohne den Computer etwas komplizierter. Statt der heutigen Online-Kataloge nutzte man manuelle Zettelkataloge, in denen der Buchbestand alphabetisch, nach Titel oder Schlagworten sortiert aufgeführt war. Diese nahmen entsprechend viel Platz weg, da in der Regel mehr als ein Katalog geführt wurde. Die Suche nach passender Literatur mag dadurch etwas länger gedauert haben als eine sekundenschnelle Online-Recherche.

Die Quellensuche ist dank des Internets und der Digitalisierung aller Bücher und Zeitschriften leichter geworden. In Literatur-Datenbanken und Zeitschriftenkatalogen kann nach Autoren, Titeln, Schlagworten oder Volltext gesucht werden. Viele Fachartikel in wissenschaftlichen Zeitschriften sowie einige Bücher sind auf Plattformen wie JSTOR, Google Scholar und Google Books abrufbar. Andererseits verliert man mitunter auch viel Zeit bei der Suche im Internet, denn es gilt, unter vielen schwarzen Schafen die validen Quellen herauszufiltern.

Die Zukunft des Lernens

Es ist nur logisch, dass im Zuge dieser Entwicklung wir auch Studienliteratur in elektronischer Form benötigen. Gute Fachliteratur ist oft teuer, weshalb viele Studierende auf die Belegexemplare in den Bibliotheken zurückgreifen oder gebrauchte Studienbücher erwerben. Eine weitere sinnvolle und zeitgemäße Alternative ist das Angebot von Bookboon.com. Der erfolgreiche eBook-Verlag bietet eine große Auswahl kostenloser Studienbücher an, verfasst von renommierten Professoren der besten Universitäten weltweit. Finanziert wird das Ganze durch Unternehmen, die einige wenige relevante Anzeigen schalten dürfen, mit denen sie zukünftige Fachkräfte unter den Hochschulabsolventen anwerben möchten.

Wie wird ein Studentenleben wohl in 50 Jahren aussehen? Oder in hundert? Was meint ihr? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

 

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